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Christine Frodl-Gottschalk (1964–2018) – In memoriam

Christine Frodl-Gottschalk verstarb am 7. Februar 2018 im Alter von 53 Jahren nach langer, schwerer Krankheit.

Christine Frodl-Gottschalk war von 1983 bis 2017 Mitarbeiterin der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main. Nach der Ausbildung für den gehobenen Dienst an wissenschaftlichen Bibliotheken begann sie in der Katalogisierung, um sich danach den Zentralen bibliografischen Dienstleistungen der Deutschen Nationalbibliothek zuzuwenden. Als Verantwortliche für den Bereich Metadaten und später für die Arbeitsstelle Regelwerke der Formal- und Sacherschließung in der Arbeitsstelle für Standardisierung (AfS) setzte sie sich mit außergewöhnlicher Energie, Begeisterung und Beharrlichkeit für die Internationalisierung von bibliothekarischen Standards und Regelwerken ein. Sie hat hier sowohl im deutschsprachigen Bibliothekswesen als auch auf internationaler Ebene Aufbauarbeit geleistet und Netzwerke geknüpft, von denen die Arbeit in der Deutschen Nationalbibliothek noch heute profitiert. So hat sie dazu beigetragen, dass die Deutsche Nationalbibliothek als erste Einrichtung außerhalb des anglo-amerikanischen Raums einen Sitz im RDA Steering Committee erhielt. An der Bildung der europäischen Interessengruppe EURIG war sie maßgeblich beteiligt. In beiden Gremien war sie die erste Vertreterin der Deutschen Nationalbibliothek und hat diese Aufgabe mit großem Erfolg bewältigt. National wie international hatte Christine Frodl-Gottschalk einen ausgezeichneten Ruf und war bei den Kolleginnen und Kollegen sehr beliebt.

Nicht nur beruflich hat Christine Frodl-Gottschalk sich gerne weitergebildet und neues Wissen angeeignet. Neben ihrer fordernden beruflichen Tätigkeit absolvierte sie erfolgreich und mit Freude ein Magisterstudium der Neueren deutschen Literaturwissenschaften und der Sozialen Verhaltenswissenschaften. Außerdem pflegte sie privat vielfältige Interessen und sportliche Aktivitäten, darunter hat sie über lange Jahre nahezu professionell gefochten.

Ihre Krankheit zwang sie, sich im Jahr 2016 von der mit anstrengenden Dienstreisen verbundenen Standardisierungsarbeit zu trennen, eine Entscheidung, die ihr sehr schwergefallen ist. Bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Dienst unterstützte sie die Datendienste in der Abteilung Digitale Dienste bei Projektaufgaben.

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