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Kriegsalltag und Medienwelt: Virtuelle Ausstellung 100 Jahre Erster Weltkrieg

Pressemitteilung vom: 3. Juni 2014

Vielfältige Einblicke in die Alltags- und Medienwelt des Ersten Weltkrieges erhalten Besucherinnen und Besucher der virtuellen Ausstellung 100 Jahre Erster Weltkrieg. Ob Plakate oder Kriegszeitungen – mehr als 200 Medienobjekte machen die Bedeutung von Massenmedien im Zusammenhang mit dem Kriegsgeschehen deutlich. Basierend auf der Weltkriegssammlung der Deutschen Nationalbibliothek, die im Rahmen des Gedenkjahres 2014 aufgearbeitet und für die ausgewählte Stücke digitalisiert wurden, gibt die virtuelle Ausstellung Einblicke in diese Sammlung.

In fünf Themenkomplexen beleuchtet die Ausstellung beispielsweise die Rolle der Kinder- und Jugendliteratur in der Propagandamaschinerie des Ersten Weltkrieges. Anhand von Lebensmittelkarten und städtischen Plakatanschlägen wird auch der Kriegsalltag in der Heimat dargestellt. In einer weiteren Rubrik sind Exponate von Kriegsausstellungen zu sehen, welche die Deutsche Bücherei in den Jahren 1915 bis 1917 präsentierte. Neben dem Einstieg über die Themenkomplexe ermöglicht ein Zeitstrahl einen Überblick zu den Kriegsereignissen. Ein Glossar ist zur Begriffsklärung angefügt.

Der Erste Weltkrieg, den die Nachwelt oft als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts (George F. Kennan) bezeichnet hat, gilt auch als der erste Medienkrieg der Menschheitsgeschichte. In Verbindung mit einer staatlich koordinierten Propaganda erreichten die damaligen Massenmedien fast jeden Bereich des gesellschaftlichen Lebens. Die besondere Bedeutung der Medien erkannten auch die Bibliothekare jener Zeit und dokumentierten diese, indem sie umfangreiche Sammlungen der Kriegsschriften anlegten. Es finden sich dort neben Büchern auch Zeitungen, Plakate, Maueranschläge, Flugblätter sowie Briefe, Bilder, Medaillen, Postkarten, Fotografien, Musik und Filme. Am 3. Oktober 1914 veröffentlichte auch die Deutsche Bücherei in Leipzig eine erste Bekanntmachung im Börsenblatt für den deutschen Buchhandel über den Beginn einer Kriegssammlung, mit der um Mithilfe beim Aufbau der neuen Sammlung gebeten wurde.

Zum Zeitpunkt des abschließenden Berichts aus dem Jahr 1921 bestand die Sammlung aus 35.000 Büchern und Broschüren, 1.300 Kriegskarten, 60 Amts-, Gesetzes- und Verordnungsblättern aus den ehemals besetzten Gebieten, aus über 600 Kriegszeitungen, Gefangenenlager- und Lazarettzeitungen sowie Heimatgrüßen von Gemeinden, Vereinen, Korporationen und Firmen. Hinzu kamen 15.000 Plakate, 150 Fliegerabwürfe und 40 Kapseln mit Einblattdrucken.

Hintergrund

Am 3. Oktober 1912 wurde in Leipzig die Deutsche Bücherei gegründet. Nach der Teilung Deutschlands wurde zusätzlich in Frankfurt am Main die Deutsche Bibliothek mit dem Deutschen Exilarchiv 1933 - 1945 gegründet, zu der seit 1970 auch das Ende 2010 nach Leipzig umgezogene Deutsche Musikarchiv gehört. Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum ist seit 1950 Teil der Deutschen Bücherei. Im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands wurden die Bibliotheken zusammengeführt.

Seit 2006 trägt die vereinte Institution den Namen Deutsche Nationalbibliothek. Sie sammelt, dokumentiert und archiviert für die Nutzung in Gegenwart und Zukunft das veröffentlichte wissenschaftliche und kulturelle Erbe Deutschlands in Text, Bild und Musik. Gesammelt werden Medienwerke in Papierform, in Mikroformen, Tonträger sowie Medienwerke auf anderen Datenträgern und Netzpublikationen. Die Deutsche Nationalbibliothek bietet neben der Nutzung ihrer Sammlungen in Leipzig und Frankfurt am Main Dienstleistungen für Bibliotheken, Buchhandel, wissenschaftliche Einrichtungen und individuelle Benutzer an.

Ziel des Projekts "Sammlung Erster Weltkrieg" ist es, die gesammelten Medienwerke zum Ersten Weltkrieg virtuell zusammenzufassen und die thematische Recherche im Portalkatalog zu verbessern. Die Deutsche Nationalbibliothek ermöglicht damit einen direkten Zugang zu den bei ihr verfügbaren Quellen.

Virtuelle Ausstellung

Ansprechpartner

Pressesprecher

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