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5.000 Jahre Mediengeschichte online

Die erste virtuelle Ausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek geht ins Netz.

Pressemitteilung vom: 16. Mai 2014

Mehr als 1.800 kleinere und größere Einblicke in die Geschichte der Medien bietet die erste virtuelle Ausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek, die pünktlich zum Internationalen Museumstag am 18. Mai 2014 online geht. Sie weckt Neugier auf 5.000 Jahre Menschheitsgeschichte und leistet ihren Beitrag zum Wissenschaftsjahr 2014 „Die digitale Gesellschaft“. Ob Kerbholz oder Entzifferung ägyptischer Hieroglyphen, ob Tattoo, Brief oder ein rollendes Bücherfass, Zensurlisten der katholischen Kirche, atlantische Unterseekabel oder Mr. Beans Ausflug in einen Lesesaal für mittelalterliche Handschriften, ob das stille Örtchen als Lektüreort oder die Utopie der Universalsprache: Dies und vieles mehr bietet die unterhaltsame und lehrreiche Ausstellung im Internet.

Wie in einem Wissensnetz bewegen sich Besucherinnen und Besucher in der auch in englischer Übersetzung angebotenen virtuellen Ausstellung explorativ und „schmökernd“ durch die Geschichte der Medien. Im Zentrum der multimedialen Anwendung stehen elf Themenmodule, in denen ausgewählte Akteure der Mediengeschichte als Begleiter auf einer virtuellen Zeitreise auftreten. Pointiert erzählte Objektgeschichten, Bilder, Filme und Hörbeiträge lassen sich von den Besuchern zu ganz unterschiedlichen, individuellen Themenwelten vernetzen. Neben dem thematischen Einstieg in die Mediengeschichte bietet die virtuelle Ausstellung mit dem Zeitstrahl eine zweite Einstiegsebene: Ereignis-Icons mit knappen Erläuterungen ermöglichen eine medienhistorische Einordnung der einzelnen Geschichten. Ein Quiz wird in der nächsten Ausbaustufe bis Sommer 2014 das Angebot abrunden, stärkt den interaktiven Charakter der virtuellen Ausstellung und möchte auch das Kind (in uns allen) anlocken.

Hinterlegt ist die virtuelle Ausstellung mit einem Glossar, dessen Einträge Begriffserläuterungen in Twitter-Kürze bieten. Das schafft bei dem großen Themenspektrum der Ausstellung nicht nur Orientierung, sondern hilft auch, unterschiedliche Wissensstände beim Besucher zu berücksichtigen und damit das Ziel einzulösen, eine mobile Anwendung für jedermann und jede Frau zu sein. Schließlich garantieren ein digitales Besucherbuch und manches Aktionsangebot innerhalb des virtuellen Auftritts, dass der Besucher unkompliziert mit den Verantwortlichen ins Gespräch kommen und aktiv ins Ausstellungsgeschehen einbezogen werden kann.

Die virtuelle Ausstellung baut auf dem Themenparcours der 2012 eröffneten Dauerausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig auf und bereichert auch die materiell geprägte Erinnerungskultur vor Ort mit multimedialen Ausstellungsinhalten. Der Einsatz moderner Technologien bietet die Chance, die Themen des Museums - Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Medien – in die digitalen Netze zu speisen.

Dank einer attraktiven Benutzeroberfläche und einfachen Benutzerführung erzählt die virtuelle Ausstellung, die zusammen mit den Berliner Firmen ]init[ und Iglhaut+von Grote realisiert wurde, Geschichte einmal anders: Reich bebildert, feuilletonistisch im Stil und nicht selten mit einem Augenzwinkern. Dank eines einfachen Content Managementsystems lädt das Wissensnetz interessierte Institutionen oder studentische Gruppen auch zur gemeinsamen Bearbeitung weiterer spannender Ausstellungsmodule ein. Das Schöne am Netz: Es hat keinen Anfang und kein Ende und lebt von der interaktiven Teilhabe.

Hintergrund

Buch und Schrift haben wie keine anderen Medien unsere Kultur und Zivilisation geprägt: Seit Jahrhunderten wird unser Wissen über die Welt und über den Menschen in Büchern gespeichert. Die Sammlung, Ausstellung und wissenschaftliche Bearbeitung buch- und mediengeschichtlicher Zeugnisse ist die Aufgabe des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek. 1884 als Deutsches Buchgewerbemuseum in Leipzig gegründet gilt es als das weltweit älteste und nach Umfang und Qualität der Bestände als eines der bedeutendsten Museen auf dem Gebiet der Buchkultur.

Im Fokus steht das Buch mit seinen zahllosen Gesichtern: als geniale Formfindung und als Produkt wirtschaftlicher und technischer Prozesse, als gesellschaftliche Ikone und wichtigster Kulturträger, ebenso das Buch als Kunstwerk und als zensierter und verbrannter Ideenspeicher.

Virtuelle Ausstellung

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