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Die Gartenlaube bei Ernst Keil’s Nachfolger: August Scherl

1904 übernahm August Scherl (1949-1921) Die Gartenlaube in seinen Berliner Verlagskonzern und vollendete die Umwandlung vom Familienblatt zur modernen Illustrierten. Unterhaltung und Ratschlag für Haus, Hof, Garten, Kindererziehung und alle Lebenslagen bestimmten nun das Profil der Gartenlaube. Die Konkurrenzblätter Vom Fels zum Meer und Die weite Welt wurden mit der Gartenlaube vereinigt, um den Abonnentenstamm zu konzentrieren. Durch das neue Beilblatt Die Welt der Frau mit ausgedehntem Modeteil versprach sich Sperl weiteren Leserzuwachs. Der Beilagenteil mit Werbung für Waren, Dienstleistungen, Personal, Reisen, Versicherungen u. ä. verselbständigt sich.
Als der August Scherl Verlag 1916 in das Medienimperium von Alfred Hugenberg (1865-1951) integriert wurde, begann das unrühmliche Endkapitel für Die Gartenlaube. Hugenberg, der als Wegbereiter des Nationalsozialismus galt, kontrollierte Werbe- und Nachrichtenagenturen, Pressedienste, Verlage und Filmgesellschaften und setzte auf breitenwirksamen, aggressiven, manipulierenden Journalismus. Berichte über die politische Lage, Persönlichkeiten, Staatsfeierlichkeiten und Kriegsereignisse, Soldatentransporte und Lazarette, Bilder aus der Filmwelt, Ratschläge für die Hausfrau, trivialste Fortsetzungsromane und ein überdimensionierter Beilagen- und Werbeteil waren nun bestimmend. Der für die modernen Illustrierten bestimmende Stil des Fotojournalismus setzte sich durch. Seit Beginn der 1930-er Jahre zierten Sportler, Handwerker, Schauspieler, Kinder, Tiere u. a. Motive in banalisierender Weise die Heftumschläge. Nach der Gleichschaltung wurde Die Gartenlaube von nationalsozialistischer Propaganda instrumentalisiert. 1937 betrug die Auflage nur noch 80.595 Exemplare. Nach der Umbenennung 1938 erschien Die neue Gartenlaube noch bis 1944.

Virtueller Rundgang

Die neue Gartenlaube, 1939

Die neue Gartenlaube, 1939 Die neue Gartenlaube, 1939

© Martin Kelter Verlag

Letzte Änderung: 07.11.2012

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