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Die Gartenlaube im Verlag von Ernst Keil

"Erste Plannotizen" zu seinem "Illustrirten Familienblatt" entwarf der Leipziger Verleger Ernst Keil während einer Haft, die er infolge eines Pressevergehens im sächsischen Landesgefängnis Schloss Hubertusburg verbüßen musste. 1853 erschien der erste Jahrgang der Gartenlaube zunächst als Beiblatt zum Dorf-Barbier und ab 1854 als eigenständige Zeitschrift in größerem Format.
Sein geniales Programm zielte auf "geistige Ertüchtigung", Aufklärung und Unterhaltung des Bürgertums. Prominente Autoren berichteten in leicht verständlicher Form über neue Entdeckungen in Naturwissenschaft, Medizin, Technik und verfassten historische, militärische, volkskundliche und kulturelle Beiträge sowie Biografien und Charakterbilder herausragender Persönlichkeiten. Volksschriftsteller lieferten mit Kriegslyrik, Bauernerzählungen, Familienpoesie und Trivialromanen rührende und erschütternde Stimmungsbilder. Die Poesie in der Gartenlaube sollte die Leser "wie der Duft einer schönen Blume" umwehen. Feuilletonistische "Blätter und Blüthen", ein "Briefkasten" sowie "verzierende und erklärende Abbildungen von anerkannten Künstlern" komplettierten das Spektrum.
Zum einen war es Keils Absicht, mit dem harmlos klingenden Titel seiner Zeitschrift und dem unpolitisch wirkenden Programm keinerlei Argwohn der Zensur auf sich zu ziehen. Zum anderen traf er damit den Geschmack eines breiten Leserpublikums. Die Gartenlaube wurde schichtenübergreifend und auch außerhalb Deutschlands abonniert. 1875 erreichte die Auflage den Höchststand von 382.000. Nach Keils Tod 1878 führte die Witwe den Verlag bis 1882 fort und übertrug dem Schriftsteller Ernst Ziel die Redaktionsleitung.

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Die Gartenlaube. Illustriertes Familienblatt

Die Gartenlaube. Illustrirtes Familienblatt Die Gartenlaube. Illustriertes Familienblatt

Leipzig: Verlag Ernst Keil, 1. Jg. 1853, 2. Aufl.
Die Laube im Vorgarten seines ersten Hauses war für Ernst Keil ein wichtiger Platz des Familienlebens und Inspiration für den Titel seiner Zeitschrift und die Lesefamilie in der Titelvignette, die bis in die 1930-er Jahre erhalten blieb und in Abwandlung für viele Heftumschläge motivgebend wurde.
© Martin Kelter Verlag

Letzte Änderung: 07.11.2012

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