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Gegen den Krieg

"Unsere Erneuerung hat sich in der Erschöpfung vollzogen. Unsere Macht war innerlich so sehr in Schwäche übergegangen, daß sie in sich zusammenbrach…. Wehe jedem, der heute nichts anderes weiß als Urväterhausrat unter Staub und Trümmern hervorzusuchen!“ Gerhart Hauptmann, 14.1.1919

Die Überzeugung, einen aufgezwungenen Krieg zu führen und seine Pflicht zu tun, war in der deutschen Bevölkerung weit verbreitet. Die propagandistische Überflutung mit Feindbildern, Kampfesparolen, Heldenlegenden und der Siegeszuversicht des deutschen Heeres forcierte diese Haltung und überdeckte die durchaus vorhandene Zurückhaltung und Ablehnung des Krieges.

Obwohl die pazifistische Bewegung mit Kriegsbeginn ihre Dynamik verloren hatte, gab es auch weiterhin kriegskritische Stimmen. Pazifistisch orientierte Werke konnten in der Regel nur im neutralen Ausland oder erst nach Kriegsende erscheinen. Mit der Verkündung des Waffenstillstandes zwischen Deutschland und der Entente und der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung am 19. Januar 1919 verbanden viele die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft. Politiker, Intellektuelle und Künstler äußerten sich nun öffentlich über den zurückliegenden Krieg, die Notwendigkeit der Revolution und die Sehnsucht nach einer freiheitlichen und demokratischen Ordnung in Deutschland.

Virtueller Rundgang (Auswahl)

Wilhelm Lamszus (1881-1965): Das Menschenschlachthaus. Bilder vom kommenden Krieg

Wilhelm Lamszus (1881-1965): Das Menschenschlachthaus. Bilder vom kommenden Krieg Wilhelm Lamszus (1881-1965): Das Menschenschlachthaus. Bilder vom kommenden Krieg

Hamburg und Berlin: Alfred Janssen 1913
Deutsche Nationalbibliothek, Weltkriegssammlung

1912 veröffentlichte der Hamburger Pädagoge und Schriftsteller Lamszus seinen Antikriegsroman, der die Grausamkeiten eines industriellen Krieges verblüffend genau vorhersagte. Das Buch, inspiriert von Bertha von Suttners „Die Waffen nieder!“, wurde mit Beginn des Krieges verboten.

Letzte Änderung: 20.01.2015

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