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Verwüstung, Verwundung, Tod

"Ein Gespenst in grauen Lumpen ist dieser Krieg, ein Totenschädel, aus dem Maden kriechen. Alle Erde ist ein Trümmerfeld, alles ist Blut und Schlamm.“ Jo Mihaly. Tagebuch, 1917

Die extreme Zerstörungskraft des mobilen Krieges basierte auf dem Einsatz neuester Nachrichten-, Erkundungs-, Verkehrs- und Waffentechnik. Ob Maschinengewehre, Panzerfahrzeuge, Granatwerfer, Minen, U-Boote, Torpedos, Panzerschiffe oder Zeppelin – die Rüstungsindustrie nutzte das Potential der Forschung für die permanente Optimierung und Erweiterung der Kampftechniken. Mit dem Einsatz von Giftgasen erhielt der Krieg ab 1915 eine neue Dimension und wurde zum Laboratorium des Todes. Geltendes Völkerrecht und moralische Skrupel verloren ihre Bedeutung.
Auch viele der jungen Kriegsteilnehmer wurden traumatisiert, verloren ihr Augenlicht, Gliedmaßen oder ihr Leben. Die offizielle Darstellung junger Gefallener in der Presse oder Literatur war Teil der Kriegspropaganda. Ob Gymnasiast, Schneidergeselle oder Student ─ Fotos von den Gefallenen erschienen meist in stereotyper Pose. Anzeigen und andere Trauerbekundungen wurden in ähnlicher Weise als "Einheitsartikel" angeboten. Die Persönlichkeit der Gefallenen und der wirkliche Schmerz der Angehörigen fanden in diesen Darstellungen keinen Platz.

Briefe, Tagebücher und literarische Werke vermitteln uns heute eine Vorstellung von der eskalierenden Gewalt und dem unermesslichen Leid dieses Krieges. Auch bildende Künstler verarbeiteten ihre Erlebnisse in dramatischen und erschütternden Darstellungen. Manche von ihnen waren freiwillig in den Krieg gezogen, andere mussten sich der Einberufung beugen oder erlebten das sinnlose Vernichten von Leben, Landschaft und Kultur als Zivilisten. Sie berichteten davon, dass sie die entsetzlichen Ereignisse oft nur mit Widerwillen skizzieren konnten. In einem meist schonungslosen Realismus vermitteln die Grafiken die menschlichen Tragödien und das Grauen des Krieges ─ auch als ein Statement gegen Gewalt.

Virtueller Rundgang (Auswahl)

Schreibtafel für Späterblindete

Schreibtafel für Späterblindete Schreibtafel für Späterblindete

Deutsche Nationalbibliothek, Deutsches Buch- und Schriftmuseum

Wigbert Wagner aus Erfurt hatte schon einige Zeit vor Kriegsbeginn eine Vorrichtung zum Beschreiben von Postkarten entwickelt, die er zunächst nur selbst nutzte. Im Rahmen der Kriegsblindenpflege erregte diese kreative Form Aufmerksamkeit und wurde durch die beweglichen Stege und die einfache Bedienung seit 1915 ein wichtiges Hilfsmittel für Kriegserblindete.

Letzte Änderung: 20.01.2015

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