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Sammlung historischer Abspielgeräte

Triphonola

(Baujahr etwa 1925) der Firma Hupfeld auf der Basis eines Klaviers der Firma Rönisch

Triphonola Triphonola

Es handelt sich um ein Klavier mit eingebauter pneumatischer Selbstspielvorrichtung (Reproduktionsklavier). Der Spieler des Klaviers setzt über eine Pedalvorrichtung einen pneumatischen Mechanismus in Gang (Blasbälge bzw. Windladen), der Informationen von einer mit Lochstanzungen versehenen Papierrolle (Notenrolle) in Tasten- und Pedalbewegungen des Klaviers umsetzt: das Musikstück erklingt.

Die Firma Ludwig Hupfeld wurde 1892 gegründet und war die größte der drei Firmen, die sich den mitteleuropäischen Markt der automatischen Klaviere teilten: die Firmen Hupfeld und Eduard Dienst & Co. (beide in Leipzig ansässig) und Heilbrunn & Söhne (Berlin).

Als Antwort auf die Initiative der in Amerika marktführenden Firma Aeolian, in Europa mit automatischen Klavieren Fuß zu fassen, brachte Hupfeld 1902 das erste Kunstspielklavier deutscher Fabrikation auf den Markt: der Phonola, der 73 Klaviertöne (F´ bis f´´´´) anspielte und eine in Bass und Diskant geteilte Nuancierungsvorrichtung besaß.
Sowohl das Pianola der Aeolian Company, als auch Hupfelds Phonola sind als Kunstspielklaviere zu betrachten. Sie werden von einem Notenband (Klavierrolle) gesteuert, das einerseits die Komposition in mechanische Bewegungen überträgt und andererseits dem das Instrument bedienenden Spieler die Möglichkeit gibt, den Vortrag nach eigenem Gutdünken zu beeinflussen.
1920 stellte Hupfeld mit der Triphonola ein Instrument vor, das als Kunstspielklavier, als Klavier mit manueller Nuancierung der Anschlagstärke und als Reproduktionsklavier verwendet werden konnte.

Das Instrument zeichnet sich durch zwei getrennte Windladen im unteren Bereich des Klavierkorpus aus. Durch die zweite Windlade wird es möglich, zu einer akzeptablen Nuancierung im Bass- und Diskantbereich zu kommen. Die Nuancierungseinheit setzt die an den äußeren Rändern der Klavierrolle befindlichen Lochstanzungen in entsprechende Steuerbefehle um. Durch diese fortschrittliche Technik unterscheidet sich diese Art von Selbstspielklavier in der Qualität der Wiedergabe deutlich von Vorgängern, die rein mechanisch Notenfolgen in Tastenbewegungen umsetzten. So ist bei gekonnter Betätigung des Abspielmechanismus eine annähernd authentische Wiedergabe des ursprünglich von einem Künstler eingespielten und in Papier gestanzten Klavierstückes möglich. So gesehen war die Klavierrolle eine Art Vorläufer des Tonträgers.
Das Reproduktionsklavier verfügt über ein so genanntes Spielbrett, mit dessen Hilfe man Nuancierung, Bass und Diskant etc. auch manuell beim Abspielvorgang beeinflussen kann.

Das Instrument wurde 1999 aufwändig restauriert.

Letzte Änderung: 13.7.2012

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