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Sammlung historischer Abspielgeräte

Steck-"Duo-Art"-Reproduktions-Flügel der amerikanischen Firma Aeolian

(Baujahr etwa 1925)

Steck-"Duo-Art"-Reproduktions-Flügel der amerikanischen Firma Aeolian Steck-"Duo-Art"-Reproduktions-Flügel der amerikanischen Firma Aeolian

Dies ist ein in Europa sehr selten anzutreffendes Musikinstrument mit pneumatischer Selbstspielvorrichtung (Pedale und elektrischer Antrieb).
Der Reproduktionsflügel gehört zu den "Kunstpielklavieren". Er wird einerseits von einem Notenband (Klavierrolle) gesteuert, welches die vorzutragende Komposition in mechanischer Übertragung enthält, bietet aber andererseits dem das Instrument bedienenden Spieler die Möglichkeit, den Vortrag nach eigenem Gutdünken zu beeinflussen.
Die so genannten Künstlerrollen sind eine spätere Entwicklung. Hier wird die Interpretation eines Musikers (Pianist oder Komponist), die zuvor aufgezeichnet werden musste, auf das Notenband übertragen. Die Komposition wird also nicht mehr schematisch aus der Partitur übernommen und der das Instrument bedienende Spieler kann die Interpretation nicht mehr beeinflussen.

Die Firma Aeolian (eigentlich Aeolian Organ & Music Co., später nur noch Aeolian Co.) war 1885 eine der ersten Firmen weltweit, die sich der Fertigung von Reproduktionsinstrumenten (Orgeln und Klaviere) verschrieb. Sie dominierte jahrzehntelang den amerikanischen Markt. Die Firma versuchte auch in Europa gegen die Konkurrenz von Firmen wie Hupfeld und Welte-Mignon Fuß zu fassen, was sich aus Filialgründungen in London (Orchestrelle Company, 1900) und Berlin (Choralion GmbH, 1902), später auch in Paris, aber auch aus dem Ankauf des Klavierhauses Steck in Gotha (1905), ablesen lässt. Dies gelang nur mit mäßigem Erfolg. 1913 ließ sich die Aeolian Co. das "Duo-Art Reproducing Piano" in New York patentieren. Es ist eine Vervollkommnung des Pianola zu einem Reproduktionsklavier, das einen Ambitus von 88 Tönen (,,A bis c''''') anspielt. Die Besonderheit dieser Technik liegt darin, dass es, eingebaut in Klaviere und Flügel, sowohl als Reproduktionsinstrument als auch als Kunstspielklavier benutzt werden kann. Diese Technik wurde seinerzeit in Steinway-Flügel, aber auch in andere Klaviere und Flügel, eingebaut, besonders in solche der Firmen Weber, Steck und Stroud, die der Aeolian Company gehörten.
Das "Duo-Art"-System gilt neben den Systemen von Welte-Mignon, Ampico und dem Hupfeld "Triphonola" als das beste Wiedergabesystem, das in Reproduktionsklavieren zur Anwendung kommt.

Der Flügel wurde 2007 komplett restauriert.

Letzte Änderung: 13.7.2012

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