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Sammlung historischer Abspielgeräte

Metall-Lochplattenspieldose in Schatullenform

Firma: Bruno Rückert Orphenion-MW Fabrik Leipzig (Fregestr. 7 und Sedanstr. 5 - 7) 1891-1897
Typ: Modell 71; Baujahr: zwischen 1892 und 1894

Metall-Lochplattenspieldose in Schatullenform Metall-Lochplattenspieldose in Schatullenform

Lochplattenspieldosen waren die Nachfolger der Stiftwalzen-Spieldosen.
Die auswechselbaren Metall-Lochplatten haben an ihren Rändern eine Perforierung, über die der Antrieb durch einen Federmotor erfolgt. Die Metallplatte hat eingepresste Nocken, die beim Abspielen über ein so genanntes Anreißrad einen oder mehrere Stimmkämme zum Klingen bringen. Die Stimmkämme (Schweizer Produktion) sind auf einem Holzkorpus montiert, der als Resonanzkörper die Tonschwingungen der Stahlzinken verstärkt. Das Modell 71 verfügte über 70 klingende Zähne.
"Das ganz hochfein polierte Triebwerk ist sichtbar und erhöht die Eleganz und Ausstattung bedeutend", stellte ein zeitgenössischer Rezensent fest. Der Federmotor wird über einen Hebelaufzug gespannt, "der seitlich den Stimmkämmen sichtbar angeordnet ist" - bis September 1894 eine Eigenart der Orphenion-Spieldosen. "Orphenion-Instrumente waren seinerzeit wegen ihres schönen, weichen und melodiösen Tones sehr beliebt." (Quelle: Das mechanische Musikinstrument 11(1985)37, S. 4 - 13)
Die Metall-Lochplatten konnten durch ein industrielles Stanzverfahren einfach und billig in Serie hergestellt werden. Orphenion-Platten waren meist blau gefärbt.
Zwischen 1882 und 1914 gab es eine große Spieldosen-Industrie, die aber durch das Aufkommen der Phonographen und Grammophone ins Abseits geriet.

Letzte Änderung: 13.7.2012

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