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Sammelauftrag der Deutschen Nationalbibliothek

Als kulturelles Gedächtnis Deutschlands für Schrift und Musik der jüngeren Geschichte und Gegenwart sammelt die Deutsche Nationalbibliothek Bücher, fortlaufend erscheinende Veröffentlichungen (Zeitungen, Zeitschriften, Loseblattwerke), Karten, Musikalien, Tonträger und elektronische Publikationen sowie Netzpublikationen im gesetzlichen Auftrag.

Im Gesetz über die Deutsche Nationalbibliothek (DNBG) vom 22. Juni 2006 (BGBl. I S. 1338) ist der Sammelauftrag der Deutschen Nationalbibliothek verankert. Die am 23. Oktober 2008 in Kraft getretene Pflichtablieferungsverordnung (PflAV) präzisiert diesen Sammelauftrag (BGBl. I S. 2013).

Nach diesen Festlegungen gehören folgende Veröffentlichungen seit 1913 zum Sammelauftrag der Deutschen Nationalbibliothek:

  • in Deutschland veröffentlichte Medienwerke
  • im Ausland veröffentlichte deutschsprachige Medienwerke
  • im Ausland veröffentlichte Übersetzungen deutschsprachiger Medienwerke in andere Sprachen
  • im Ausland veröffentlichte fremdsprachige Medienwerke über Deutschland, so genannte Germanica
  • die zwischen 1933 und 1945 von deutschsprachigen Emigranten verfassten oder veröffentlichten Druckwerke

Zum Sammelauftrag gehören Medienwerke in körperlicher und unkörperlicher Form. Zu den körperlichen Medienwerken zählen sowohl herkömmliche Veröffentlichungen in Papierform (beispielsweise Bücher oder Zeitschriften) als auch Mikroformen, Tonträger und Medienwerke auf elektronischen Datenträgern (beispielsweise Schallplatten, CD-ROMs, DVDs). Unkörperliche Medienwerke sind solche, die über öffentliche Netze verbreitet werden, die so genannten Netzpublikationen (beispielsweise PDF-Veröffentlichungen im Internet oder Websites).

Jede oder jeder gewerbliche oder nicht gewerbliche Verlegerin oder Verleger in der Bundesrepublik Deutschland ist verpflichtet, von seinen Medienwerken zwei Exemplare kostenlos an die Deutsche Nationalbibliothek abzuliefern. Das Recht der Deutschen Nationalbibliothek auf die unaufgeforderte und kostenlose Belieferung wird in der Pflichtablieferungsverordnung näher erläutert. Hier werden auch bestimmte Medienwerke von der Ablieferungspflicht ausgenommen, für deren Sammlung kein öffentliches Interesse besteht. Unter bestimmten Voraussetzungen kann zu den abzuliefernden Exemplaren ein Zuschuss gewährt (PflAV § 6) werden. Die Ablieferungspflicht bleibt von der Zuschussgewährung unberührt.

Alle anderen, nicht in Deutschland veröffentlichten Medienwerke werden in einem Exemplar als Geschenk, durch Tausch oder Kauf erworben. Die Erwerbung dieser im Ausland erscheinenden Medienwerke erfolgt dabei durch die Ablieferung von Pflichtexemplaren gemäß §14(2) DNBG, durch großzügige Überlassung von Belegexemplaren, durch internationale Tauschabkommen oder auch durch Kauf.

Die gesetzlichen Bestimmungen zum Sammelauftrag werden durch die Sammelrichtlinien weiter erläutert und präzisiert. Da die ständig wachsende Publikationsmenge und die große Zahl der Internetveröffentlichungen eine Eingrenzung des Sammelauftrags nach formalen Kriterien erfordern, wird in den Sammelrichtlinien differenziert beschrieben, welche Publikationen die Deutsche Nationalbibliothek aus Deutschland und aus dem Ausland sammelt.

Im Rahmen der gesellschaftlichen Debatte zu den Folgen des digitalen Wandels wird auch der Frage nachgegangen, was ein nationales kulturelles Gedächtnis leisten muss und kann. Das Konzept "Zum Sammelauftrag der Deutschen Nationalbibliothek" beschreibt die aktuelle Position der Deutschen Nationalbibliothek. Ergänzt wird das Papier durch die Definition des Begriffs "Digitale Publikation" und aktuelle Verwendung der Terminologie in der Deutschen Nationalbibliothek.

Letzte Änderung: 14.11.2017

Kurz-URL: http://www.langzeitarchivierung.de/sammelauftrag

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