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Illustrierte Idylle?
Die Gartenlaube: Gesichter eines Massenblattes

Eine Ausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums im Schautresor der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig vom 8. November 2013 bis 11. Januar 2015

Als der Leipziger Verleger Ernst Keil vor 160 Jahren sein „neues Blättchen… für’s Haus und für die Familie, … für Groß und Klein, für Jeden …“ ankündigte, war kaum damit zu rechnen, welchen Erfolg und welche Bedeutung Die Gartenlaube erzielen würde. Wer vermutet schon, dass sie den Grundstein zur Entwicklung der modernen Boulevardmagazine im Hochglanzstil legte? Gemeinsam mit dem Pfennig-Magazin und der Illustrirten Zeitung gehörte Die Gartenlaube zu den Medien, die mit ihren schwarz-weißen Holzstichbildern den Beginn der illustrierten Massenpresse im 19. Jahrhundert einläuteten. Als „Illustrirtes Familienblatt“ verkörperte sie einen neuen Medientypus, wurde zum auflagenstärksten, wirkmächtigsten und oft imitierten Massenblatt. Obwohl für eine bürgerliche Leserschaft konzipiert wurde die Zeitschrift schichtenübergreifend gelesen und fand sich als Wissenssammlung, Ratgeber, „Hausfreund“, Tröster und Unterhalter in vielen Bücherschränken. Mit ihrem Inhalt und ihrer Ästhetik spiegelt sie den Zeitgeist und Geschmack eines breiten Leserpublikums wider, gilt als reiche Quelle der Kulturgeschichte, steht aber zugleich als Synonym für eine idyllische und rührselige Bilder- und Romanwelt.

Über die Bilderwelt der Gartenlaube spürt die Ausstellung dem Wandel nach, den das Massenblatt unter dem Einfluss verschiedener Verleger, neuer Bild- und Drucktechniken sowie der Konkurrenz am Zeitschriftenmarkt vom Journal der „Volksaufklärung“ und der unterhaltenden Poesie zum trivialen Ratgeber, Werbeträger und schließlich zum Medium der nationalsozialistischen Presse genommen hat.

Last update: 22.10.2014

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