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Jahresbericht 2011 - Gesellschaft für das Buch e.V.

"Die beste Bibliothek ist die mit den kleinsten Lücken"
Prof. Bernhard Fabian, Mitglied der Gesellschaft für das Buch

Seit rund 100 Jahren hat die Deutsche Nationalbibliothek den Auftrag, alle deutschen und deutschsprachigen Publikationen und Musikveröffentlichungen ab 1913 und im Ausland erscheinende Germanica und Übersetzungen deutschsprachiger Werke zu sammeln. Dazu gehören auch die zwischen 1933 und 1945 erschienenen Werke der deutschen Emigration. Doch obwohl von jeder in Deutschland erscheinenden Publikation zwei Exemplare an die Deutsche Nationalbibliothek abgeliefert werden müssen, finden sich in ihren Magazinen mit rund 27 Millionen Büchern, CDs und anderen Medien Bestandslücken. Dafür gibt es vielerlei Gründe wie beispielsweise die Verluste durch die beiden Weltkriege. Viele dieser Bücher sind kaum zu beschaffen, weil es sich etwa um ältere oder vergriffene Werke handelt, die im Buchhandel nicht mehr erhältlich sind. Um an solche Desiderata zu gelangen, führte die Gesellschaft für das Buch e.V., der Freundes- und Förderkreis der Deutschen Nationalbibliothek, erstmalig die Aktion „Wer hat das Buch?“ durch.
Damit war die Öffentlichkeit aufgefordert, ihre privaten Büchersammlungen zu durchforsten und die Bücher, die im Bestand der Deutschen Nationalbibliothek noch fehlten, zu einem der Aktionstage im Rahmen der Tage der offenen Tür an den Standorten in Leipzig und Frankfurt am Main vorbeizubringen. Und die Resonanz war großartig: Dank der tatkräftigen Unterstützung durch die Bücherfreunde konnte so manche Bestandslücke geschlossen werden. Eine Leipziger Familie brachte alleine 25 Bücher mit. Insgesamt wurden 323 Bücher aus allen Sparten erworben. Vom Kochbuch über Lehrbücher und Ratgeber, von Kriminalromanen über Dorfchroniken bis hin zu Belletristik und Bildbänden – was in der Sammlung fehlte, wurde erworben. Damit war das Ziel der Aktion, die Deutsche Nationalbibliothek bei einer ihrer Grundaufgaben zu unterstützen, erreicht.

Großzügig gefördert wurde auch die in den Medien und der Öffentlichkeit viel beachtete Podiumsdiskussion „Formen des Erinnerns“, die die Erinnerung an Holocaust, Exil und Emigration zum Thema hatte und in diesem Kontext die Frage nach der Zukunft der Erinnerung stellte. Eine hochkarätige Runde unter anderem mit der Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller und der Autorin und Zeitzeugin Ruth Klüger sorgte für eine anregende und fruchtbare Diskussion zu aktuellen Fragen der Erinnerungskultur(en). Das öffentliche Interesse war enorm, über vierhundert Besucherinnen und Besucher strömten in die Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt am Main. Der vom Deutschen Exilarchiv 1933–1945 veranstaltete Diskussionsabend machte deutlich, wie drängend die Fragen nach institutionalisierter Erinnerung an das Exil heute geworden sind.

Die Gesellschaft für das Buch wird auch zukünftig die Deutsche Nationalbibliothek bei der Wahrnehmung ihrer anspruchsvollen Aufgaben und ihrem kulturellen Programm unterstützen. Der Bestand will kontinuierlich erweitert, geschützt und erhalten werden. Die Sammlungen des Deutschen Exilarchivs 1933–1945, des Deutschen Buch- und Schriftmuseums, des Deutschen Musikarchivs und der Anne-Frank-Shoah-Bibliothek gilt es ebenfalls zu ergänzen und zu sichern. Ein weiterer Kern der Aktivitäten der Deutschen National-bibliothek ist die Präsentation und die Bereitstellung ihrer Be-stände für die Öffentlichkeit, sei es im Rahmen von Veranstaltungen, Ausstellungen oder der Benutzung in den Lesesälen. Neue Dienstleistungen und Präsentationsformen im digitalen Zeitalter kommen hinzu.

Damit die Rolle der Deutschen Nationalbibliothek als zentraler Ort für Kultur und Wissenschaft gelebt werden kann, bedarf sie der privaten Initiative und des öffentlichen Engagements. In der Tradition des gesellschaftlich verantwortlichen Handelns stehen die Förderkreise von Kultureinrichtungen. Dieser Tradition ist auch die Gesellschaft für das Buch verpflichtet.

In einem Förderverein kann man das Nützliche – die Erfüllung des satzungsgemäßen Auftrags – mit dem Angenehmen verbinden: Mitglieder der Gesellschaft für das Buch befinden sich in anregender Gesellschaft, treffen an Kultur interessierte Menschen und genießen die Vorteile einer Mitgliedschaft. Sie erhalten persönliche Einladungen zu Ausstellungen, Veranstaltungen und exklusiven Führungen durch die Ausstellungen der Deutschen Nationalbibliothek sowie eine bevorzugte Behandlung bei der Sitzplatzreservierung zu Veranstaltungen. Alle Publikationen der Deutschen Nationalbibliothek und der Gesellschaft für das Buch sind für Mitglieder kostenlos.

Die Arbeit des Freundeskreises wird durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Stiftungen finanziert. Es sind verschiedene Formen der Mitgliedschaft möglich. Satzungsgemäße Organe sind der Vorstand und die Mitgliederversammlung. Die Gesellschaft für das Buch e.V. ist als gemeinnützig anerkannt.

Es ist ganz einfach die Deutsche Nationalbibliothek aktiv zu unterstützen und die persönlichen Vorteile zu nutzen: Werden Sie Mitglied in der Gesellschaft für das Buch e.V.

Kontakt:
Gesellschaft für das Buch e.V.
c/o Deutsche Nationalbibliothek
Adickesallee 1
60322 Frankfurt am Main
Telefon: 069 1525-1026
Telefax: 069 1525-1010
E-Mail: info-gfdb@dnb.de

www.dnb.de/foerderer

Last update: 10.12.2012

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