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Ausgewählte Erwerbungen der Bayerischen Staatsbibliothek München

(1450 - 1600)

Von Stahel und Eysen. Wie man die selbigen kunstlich Weych unnd hart machen sol. Allen Waffenschmiden, Golt schmiden […] sampt allen andern kunstbaren werckleuten so mit stahel und Eysen yhre arbeits ubung treiben […]. – [Erfurt : Melchior Sachse d. Ä.], 1532. – [8] Bl., Titelholzschnitt
(Erworben von der Bayerischen Staatsbibliothek München, Signatur: Alch. 351 e)

Titelholzschnitt "Von Stahel und Eysen" Von Stahel und Eysen. Wie man die selbigen kunstlich Weych unnd hart machen sol. Allen Waffenschmiden, Golt schmiden […] sampt allen andern kunstbaren werckleuten so mit stahel und Eysen yhre arbeits ubung treiben […]. – [Erfurt : Melchior Sachse d. Ä.], 1532. – [8] Bl., Titelholzschnitt
(Erworben von der Bayerischen Staatsbibliothek München, Signatur: Alch. 351 e)

Das von einem anonymen Autor verfasste Werk "Von Stahel und Eysen" zählt zu den ältesten gedruckten metallurgischen Abhandlungen über das Härten, Abschrecken, Anlassen und Schmieden von Stahl und Eisen, die im Jahr 1532 an drei verschiedenen Orten, Nürnberg, Mainz und Erfurt, gedruckt wurde. Bislang lag nur ein fragmentarisches Exemplar mit sieben Blatt vor. Bei der vorliegenden Neuerwerbung handelt es sich um das einzig bekannte Exemplar mit dem abschließenden achten Blatt.
Zu Beginn wird ähnlich einem medizinischen Arzneibuch der mehr oder weniger probate Ratschlag erteilt, wie man sich „vor dem bösen gifftigen gestanck“ sowie im Umgang mit Quecksilber und Arsen schützen kann. Dies soll mittels der Zubereitung von Latwerge gelingen, „Nim Knobloch so gros alls ein faust, auch so viel welsche nüß, stoß es durcheinander, nim honig las yhn wol verscheumen ynn einer pfennen, thu dann den knobloch mit den nüssen darein und las es wol miteinander sieden bis es dick wird“, die morgens auf nüchternem Magen eingenommen werden soll.
Im Anschluss daran behandelt die erste Hälfte des Werks Verfahren wie das Härten und Anlassen (Wiedererwärmen) von Eisen und Stahl mit Wasser oder zahlreichen unterschiedlichen, wohldurchdachten Rezepturen aus organischen und anorganischen Materialien, um den gewünschten Härtegrad zu erreichen. Ob die Zusammensetzungen stets zum gewünschten Ergebnis verhalfen, mag dahingestellt bleiben: „Nim virniß, Trachen blut [Naturharz verschiedener Pflanzen], geschabt horn, halb so viel saltz, regen würm safft, Rettich safft, unschlet [Talg] und Eysen kraut, lesch darynn ab.“ Die zweite Hälfte des Werkes ist dem Löten verschiedener Metalle gewidmet sowie dem Ätzen, Versilbern und Vergolden von Metall, um beispielsweise Schwerter und Waffen zu verzieren.

Last update: 01.01.2018

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